Smartphone Instagram Snapchat

Ob WhatsApp, Facebook Messenger, Snapchat oder Instagram – Die Social und Messaging Apps gehören zu den beliebtesten ihrer Art. Um Snapchat gab es im letzten Jahr regelrecht einen Hype – vor allem bei jungen Internetnutzern. Doch dann launchte Instragram im Sommer 2016 die Instagram Stories und der Instant-Messaging-Dienst musste sich die Aufmerksamkeit teilen. Influencer fragen sich nun heute: Snapchat oder Instagram? Die Folge ist, dass auf beiden Kanälen häufig der gleiche Content gespielt wird. Wir haben Snapchat und Instragram verglichen.

Die Nutzerzahlen von Instagram und Snapchat

Bereits mehr als 100 Millionen Menschen sollen Instagram Stories täglich nutzen. Das macht rund ein Fünftel der Instagram-Nutzer aus. Snapchat liegt laut eigenen Angaben bei 158 Millionen (Q4 2016) Nutzern, etwa 50 Millionen aus Europa. Die App ist allerdings auch schon seit 2011 auf dem Markt. Seit 2013 können Nutzer ihre Geschichten mit Freunden und der Öffentlichkeit teilen.

Gegenüberstellung: Die Funktionen

Ablauf der Stories

Hintereinander ablaufende Fotos und Kurz-Videos mit einer Gültigkeit von 24 Stunden – eine Aussage, die sowohl auf Snapchat als auch auf Instagram zutrifft. Der Unterschied ist, das man bei Snapchat inzwischen gezielt die Geschichten auswählt, die man schauen möchte. Ist die Story der ausgewählten Person oder des Unternehmens zu Ende, ist Schluss und man darf neu wählen.

Bei Instagram Stories hingegen gibt es einen Durchlauf und alle Abläufe der Accounts, denen man folgt, werden nach und nach abgespielt.

Mit einem Wisch nach links überspringt man eine Story, mit einem Klick einen einzelnen Post. Nach diesem Prinzip funktioniert jedoch auch Snapchat.

Bildbearbeitung bei Snapchat und Instagram

Ansonsten ist vieles anders, aber trotzdem irgendwie ähnlich. Während man bei Snapchat Gesichtsmasken und Geofilter einsetzen kann, kommen bei Instagram Stories Tags für Standorte, Temperaturen und Uhrzeit sowie Malfunktionen zum Einsatz. Mit Emojis, Farbfiltern und dem Text-Werkzeug arbeiten hingegen beide Apps.

Der Chat: Nutzer unter sich

Auch ein Direkt-Chat ist jeweils möglich. Bei Snapchat wird dieser standardmäßig gelöscht, nutzt man nicht die Möglichkeit zum Speichern. Bei Instagram bleiben die Textnachrichten erhalten. Versendet man allerdings ein Bild, verschwindet dieses, nachdem der Empfänger es gesehen hat. Macht dieser einen Screenshot, wird der Sender benachrichtigt. Das passiert ebenfalls bei Snapchat, screenshotet man einen Teil der veröffentlichten Geschichte.

Mehr Features in den Instagram Stories

Seit dem Launch von Instagram Stories war die Facebook-Tochter ständig in Bewegung. Hier gibt es nicht nur angepasste Fotos und Videos, sondern auch die Funktion Boomerang, mit der man mit nur einem Klick eine Art GIF erstellen kann. Fotos werden dabei aneinandergereiht, sodass eine kurze Animation entsteht.

Des Weiteren gibt es seit kurzem Livestreams, einen Social Media Trend, der sich bereits 2016 angekündigt hat. Schon jetzt kann man beobachten, dass Influencer dieses Tool vermehrt begeistert nutzen. Follower haben während der Live-Aufnahmen die Möglichkeit, in Echtzeit mit Bloggern, Freunden und Unternehmen zu kommunizieren. Denn es gibt eine Kommentarfunktion, die öffentlich für jeden sichtbar ist. Während bei Facebook Live-Videos der Community anschließend zur Verfügung gestellt werden können, kommen bei Instagram nur die in den Genuss der Videos, die tatsächlich online sind – frei nach dem Motto: Wer zu spät kommt, verpasst das Beste!

Links und Tags

Außerdem möglich ist es bei Instagram in den Stories andere Accounts zu taggen. Influencer können so direkt auf Unternehmen hinweisen mit denen sie kooperieren. Wer getaggt wird, erhält anschließend eine Message und ist stets über Clippings dieser Art informiert. Auch Links zu externen Webseiten werden getestet und stehen bereits ausgewählten verifizierten Instagram Accounts zur Verfügung. Snapchat nutzt dafür Snapcodes, bei denen eine zielführende URL zu einer beliebigen Webseite hinterlegt werden kann.

Blick in die Zukunft: Snapchat vs. Instagram Stories

Anfang des Jahres wurde die erste deutsche Studie zu der App mit dem Geist auf gelbem Untergrund von der Hochschule Düsseldorf veröffentlicht. Aus dieser geht hervor, dass 81,8% der Befragten, darunter vor allem die Kernzielgruppe Schüler und Studenten, keinen Unternehmen auf Snapchat folgen.

Bei Instagram folgten 2015 hingegen mehr als die Hälfte der Nutzer Unternehmen, so eine Erhebung des GlobalWebIndex. Der Vorteil von Instagram ist und bleibt, dass sie bereits seit 2010 ihre Community aufgebaut und vernetzt haben. Entscheidet sich ein Unternehmen für Instagram Stories, ist es direkt in der Story-Line von Instagram auf der Startseite ihrer Follower sichtbar und muss bei dieser nicht erneut für sich werben.

Bei Snapchat war es in der Vergangenheit sehr kompliziert, Menschen zu finden, die die App aktiv nutzen und nicht dem eigenen Freundeskreis angehören. Darauf hat der Instant-Messaging Dienst inzwischen reagiert und die Suchfunktion verbessert. Selbstvermarktung zum Community-Aufbau muss für Unternehmen trotzdem auf der To-Do-Liste stehen, wenn sie das Marketing-Tool erfolgreich nutzen und Smartphone-Besitzer auf ihren Account aufmerksam machen möchten.

Doch Snapchat bleibt nicht stehen. Der Gang an die Börse ist geplant. Experten vermuten, dass dieser so groß und spektakulär wird wie schon seit 2014 keiner mehr. Auch innerhalb der App könnte einiges passieren. In der Entwicklung ist wohl bereits das Morphen von Landschaften und Objekten als Erweiterung der beliebten Gesichtsmasken. Für Unternehmen würde sich damit eine interessante Art der Produktplatzierung ergeben. Denn die Software soll dann in der Lage sein, Objekte zu erkennen und in der Umgebung natürlich zu integrieren.

Entscheidung im Unternehmen: Snapchat oder Instagram Stories?

Welche App sich langfristig gesehen durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. 2017 wird diesbezüglich sicher noch mal spannend.

Wer sich für die Art der modernen Kommunikation entscheidet, sollte sich aber vorab folgende Fragen stellen: Erreiche ich meine Zielgruppe mit dem Einsatz von Snapchat oder Instagram Stories? Habe ich die Ressourcen im Unternehmen, die Social Media Kanäle aktiv und vor allem regelmäßig zu bespielen? Strategie und Präsenz sind für den Erfolg relevant.

Das Verfallsdatum der Message ist gesetzt, was bedeutet, dass die Story direkt beim Nutzer ankommen muss.

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