ElternblogsIm Frühjahr habe ich im Rückblick auf die re:publica bereits das Thema Mummy und Daddy Blogger angeschnitten. Heute, etwa ein halbes Jahr später, möchte ich es gerne noch einmal aufgreifen. Denn sowohl aus der Perspektive der Blogger, als auch aus der PR-Perspektive, wird die Relevanz von Elternblogs immer wieder kritisch hinterfragt. Es sind doch nur gelangweilte Eltern, die während der Elternzeit anfangen zu bloggen – primär um Produkte abzugreifen. Oder?

Warum Elternblogs eine gesellschaftliche Relevanz haben

Die Bloggerin, Susanne Mirau, hat auf der re:publica 2014 den Ausdruck „Online Clan“ ins Leben gerufen. Online haben Eltern die Möglichkeit dazu, sich einen Clan aufzubauen, mit dem sie sich über das Eltern-sein austauschen können.

Spätestens dann, wenn der Schwangerschaftstest positiv ausgefallen ist, haben werdende Eltern auf einmal viele Fragen. Manches bekommen sie im Freundes- und Familienkreis mit und andere Fragen werden durch Ratgeber, Magazine und Broschüren beantwortet. Elternblogs sind jedoch eine Mischung aus Real-Time-Ratgebern, Tagebüchern, privaten Gesprächen mit der Freundin, Produktempfehlungen und Fotoalben. Das wahre Leben eben und damit eine sehr wertvolle Informationsquelle für (werdende) Eltern.

Im Internet können Leser sich die Blogs zusammensuchen, die von ihrer Lebenssituation, ihrem Schreibstil oder ihrer Interessenslage her, besonders gut in den eigenen Clan passen. Das Pendant zur individuellen Situation, bei der sie sich etwas abschauen können. Auch immer mehr Väter eröffnen ihre eigenen Blogs, um diese Gemeinschaft auch der Männerwelt zu eröffnen.

Aktuell wurde das Thema auf dem Blog Mamamiez aufgegriffen. Den Kommentaren kann entnommen werden, wie wichtig es Eltern ist. Die Leserinnen sind dankbar für die persönlichen, ungeschminkten Blogberichte und lernen viel daraus. Interessant ist zudem, dass neben Eltern auch kinderlose Frauen oder Frauen von Kindern, die bereits aus dem Gröbsten raus sind, gerne den Blog lesen. Ihnen geht es um die „Freude am Wort“ oder sie sehen den Blogger als starke Persönlichkeit und inspirierendes Vorbild. Die Relevanz der Blogs geht in diesem Fall also sogar über die Zielgruppe der Eltern hinaus.

Zahlen sprechen für sich: die Seitenaufrufe der einzelnen Artikel, die Anzahl der Kommentare und die Regelmäßigkeit an aktuellen Inhalten machen deutlich, wie relevant Elternblogs heutzutage in unserer Gesellschaft sind.

Warum Blogger für die PR-Arbeit wertvoll sind

Aus PR-Sicht sind Blogs allgemein, aber eben auch Elternblogs nicht wegzudenken. Neben der klassischen Medienarbeit wird daher seit einigen Jahren auch viel Zeit in die Zusammenarbeit mit Bloggern investiert. Schon lange sind es nicht mehr nur Produkttests, sondern es werden sogar eigene Events organisiert, die sich nur speziell an Mummy und Daddy Blogger richten.

Hierfür kann die Zusammenarbeit mit Elternblogs genutzt werden:
  • Schnelle Ergebnisse: Sobald ein Neuprodukt erscheint und auf einem Blog vorgestellt wird, kann es sich in Windeseile über die Social Media Kanäle verbreiten und wird SEO-relevant.
  • Aus dem wahren Leben: Ist das Produkt wirklich so perfekt, wie es sich das Unternehmen vorstellt? Der Testbericht, in dem die Bloggerin das Produkt mit schreiendem Kind und nach sechs Monaten mit Schlamm, Sand und Regen noch immer gut findet, ist sehr wertvoll für die Produktentwickler und ein tolles Feedback für das Unternehmen – und andere Eltern.
  • Produkt wird in Szene gesetzt: Ein Produkt-Fotoshooting in ausgefallener Location kann in Zusammenarbeit mit einem Medium nur mit sehr viel Aufwand organisiert werden. Mit Bloggern sind solche Projekte gut umsetzbar und die Ergebnisse sind oft sehr kreativ und qualitativ.
  • Authentisches Feedback: Das Produkt wird vorgestellt und bereits ein paar Tage später kann anhand der Kommentare, Seitenaufrufe und Likes die Reaktion der Zielgruppe gemessen werden.

Elternblogger sprießen wie Pilze aus dem Boden. Eine wichtige Aufgabe der PR-Agentur besteht sicherlich auch darin, hier die Spreu vom Weizen zu trennen. Unter den Elternblogs gibt es große qualitative Unterschiede und verschiedene Schwerpunkte. Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit und gute Ergebnisse, muss im Vorfeld genau bewertet werden, wie gut Blog & Unternehmen zusammenpassen und wie die Kooperation für beide Seiten am erfolgreichsten ablaufen kann.

Tipp: Nehmt Euch viel Zeit dafür, den Online Clan mit dessen Sitten und Gesetzen kennenzulernen.

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