SEO Titelbild iStockLaut einer Studie der Kölner Internetagentur Mindshape gibt es in deutschen Unternehmen immer noch ein hohes Verbesserungspotenzial in Bezug auf Online Marketing und Suchmaschinenoptimierung. Die Studie analysierte ca. 3.513 Unternehmen aus 15 Branchen. Rund 35 Faktoren aus den Bereichen Crawlability, Technik, Content, OffPage und Social Media ermittelten den sogenannten mIndex, ein Index zur Berechnung des Optimierungsgrades einer Website. Dieser ist im Vergleich zu 2015 im Schnitt allerdings nur leicht von 0,37 auf 0,39 gestiegen. Vor allem im Bereich Content werden viele grundlegende SEO-Techniken noch nicht genutzt. Damit Ihr einen deutlich besseren Wert erzielt, liefern wir Euch heute ein Check-Up, wie Ihr Eure Website SEO-gerecht optimieren könnt.

#1: Crawlability
bezeichnet die Benutzerfreundlichkeit einer Seite für Suchmaschinen. Im Rahmen der Suchmaschinenoptimierung ist es wichtig, eine Website derart zu gestalten, dass die Inhalte von den Crawlern der Suchmaschine leicht erfasst werden können. Laut Mindshape müssen deutsche Unternehmen vor allem in diesem Bereich noch einiges nachholen: Nur 58% der analysierten Seiten nutzen beispielsweise eine robots.txt, also eine Textdatei, die im Wurzelverzeichnis des Webservers liegt und doppelte Inhalte vermeidet. 42% der analysierten Unternehmen nutzen dieses Instrument nicht und erschweren damit effizientes Crawling durch Suchmaschinen, wodurch sie ihrem Ranking-Erfolg selbst Steine in den Weg legen.

Wie kann ich meine Seite verbessern?
Mit der Nutzung einer robots.txt! Damit kann man den Crawler soweit steuern, dass er bestimmte Verzeichnisse NICHT crawlt, um sich so Arbeitszeit zu ersparen. Für eine erhöhte Nutzerfreundlichkeit sorgt auch eine reduzierte Datengröße, also beispielsweise komprimierte Bilder in vernünftiger Auflösung. Das dankt Euch dann auch die Seitenladezeit, wie Ihr im nächsten Punkt nachlesen könnt.

#2: Technik
ist eng mit der Crawlability verknüpft, die für gutes Ranking in den Suchergebnissen ebenso wichtig ist, wie eine technisch einwandfreie Website. Wesentlich sind hierbei vor allem die Ladezeiten der Seite und der Content, der organisch und individuell gestaltet sein sollte. Responsivität ist ein weiterer Faktor, der 2016 unbedingt beachtet werden sollte. Wie wichtig die Mobilfreundlichkeit einer Website ist, zeigt der nachdrückliche Hinweis von Google, dass Websiten, die nicht für Suchen mit mobilen Endgeräten optimiert sind, mit entsprechenden Ranking-Nachteilen in der mobilen Suche rechnen müssen. Laut Mindshape haben 2016 nur 27% der untersuchten Unternehmen ihre Website mobil optimiert. Das sind unseres Erachtens erschreckend wenige.

Wie kann ich meine Seite verbessern?
Klingt selbstverständlich, ist es aber laut der Mindshape-Studie nicht: Die URL der Website sollte auf jeden Fall einwandfrei funktionieren. Also ruhig mal selber die eigene Seite googlen, um deren Erreichbarkeit zu sichern. Wie bereits angemerkt, ist auch die Ladezeit der Website äußerst wichtig, denn diese trägt erheblich zur Usability einer Seite bei. 2016 beträgt die durchschnittliche Ladezeit bis zur ersten Serverantwort 0,39 Sekunden, was tatsächlich 0,11 Sekunden langsamer ist als im Vorjahr. Lange Ladezeiten werden vor allem durch zu große Bilder verursacht. Dabei gilt eine Faustregel: Kleine Bilder sollten nicht großer sein als 80 KB während große Bilder 200 KB nicht überschreiten sollten. Um die Ladezeiten einer Website zu checken, bietet Google das kostenlose PageSpeed Insights-Tool zur Bewertung der Ladezeit.

Rachel Arnott - iStockphoto#3: Social Media
Der omnipräsente Dauerbrenner der Digital Natives spielt zwar für die SEO eine untergeordnete Rolle, darf aber aufgrund seiner wachsender Bedeutung nicht vernachlässigt werden. 2015 hatten nur 31% der analysierten Unternehmen ihr Facebook-Profil von der Startseite ihrer Website aus verlinkt – 2016 sind es immerhin 36%. Trotzdem besteht hier noch einiges an Nachholbedarf, deshalb:

Wie kann ich meine Seite verbessern?
Das Schlagwort lautet hier zielgruppenspezifische Visibility! Wie findet man meine Website? Wie generiere ich aus Seitenbesuchern potenzielle Kunden? Habe ich eine jugendliche Zielgruppe*, die viel Zeit auf Instagram oder Twitter investiert? Dann muss meine Seite dort präsent sein. Außerdem müssen die Inhalte so optimiert sein, dass sie auch auf diesen Seiten gut sichtbar sind. Unabdingbar ist außerdem, dass Calls-to-Action, also Social Media-Verlinkungen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Kontaktformulare, gut sichtbar platziert sind. Denn Google zählt jeden Klick, also auch den Klick auf die Telefonnummer, was wiederum bessere Ranking-Ergebnisse mit sich bringt. Verknüpfungen mit den gängigen Social Media-Kanälen sind also Pflicht und das heißt auch für die hartnäckigsten Verweigerer, sich zumindest auf Facebook, Twitter, Instagram und YouTube (für die ganz Fleißigen gibt es ein Bonuspünktchen für Snapchat!) ein Unternehmensprofil zuzulegen.

#4: Content
ist – last but not least – ein weiterer ausschlaggebender Bereich für eine erfolgreiche Website-Optimierung. Einmaliger Inhalt, der dem Nutzer echten Mehrwert bietet, ist obligatorisch für eine hohe Website-Qualität und damit wichtig für gute Rankings in der Google-Suche. Ausreichend lange Texte mit wichtigen semantischen Begriffen sind dabei ein relevanter Teil der SEO. 2016 betrug die durchschnittliche Anzahl von Wörtern pro URL 223 Wörter, was tendenziell auf zu wenig textuellen Content hinweist. Suchmaschinen arbeiten textbasiert, weshalb vor allem die Texte einer Seite auf relevante Keywords optimiert sein sollten. Und das geht am besten so:

Wie kann ich meine Seite verbessern?
Durch OffPage-Optimierung! Dabei spielen Backlinks, also Links von anderen Domains auf meine Website, einen wichtigen Part als Ranking-Kriterium. Um die Qualität seiner Offsite zu verfeinern werden alle Maßnahmen genutzt, um die Anzahl der eingehenden Backlinks zu erhöhen. Anzahl und Qualität der Backlinks sind dabei entscheidend für den PageRank, der wiederum einen starken Einfluss auf die Platzierung der Site innerhalb der Suchergebnisse hat. Google empfiehlt dabei, nicht mehr als 100 Links auf einer Seite einzubinden. Suchmaschinen tun sich schwer, Content im Rahmen einer automatischen Analyse zu erfassen. Deshalb ist es von Vorteil, direkt im Title Keywords zu verwenden, die dann in der URL vom Crawler erfasst werden können. Wie der Content sollte auch der Title individuell gestaltet werden, da bei der Analyse sowohl Wörter als auch die Wortreihenfolge gezählt werden. Ob alle wichtigen Keywords und Phrasen vorhanden sind kann Euch der Google Keyword Planner von Google AdWords beantworten. Zuletzt sollte darauf geachtet werden, dass die Inhalte gegliedert sind: Überschriften, Unterüberschriften und Gliederungspunkte helfen dabei schon ein großes Stück weiter.

Kurz zusammengefasst:
Wer seine Website also nicht nur für dieses Jahr, sondern für die Zukunft SEO-technisch aufrüsten will, der sollte sich mit seinem Social Media-Team, dem Kundenservice und dem SEO-Berater zusammensetzen und überlegen, wie man die einzelnen vorgestellten Bereiche besser verknüpft, Nutzer zum Teilen von Content anregt oder positive Bewertungen erzielt. Grundsätzlich sollte im Fokus immer aber der Kunde und damit der Mensch stehen – und nicht die Ranking-Ergebnisse der Suchmaschine.

Gastbeitrag von Vanessa Materla, PR-Praktikantin bei F&H Public Relations

*Um zu analysieren, wie die Zielgruppe meiner Website aussieht und welchen Content diese erwartet, kann man sich der altbewährten Marketingdisziplin des Persona-Modells bedienen oder einfach mal eine Web Analytics Software nutzen, um Seitenbesucher und die Verweildauer bzw. Bounce Rate zu tracken.

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