Web 3.0 – Eine sinnvolle Chance für Unternehmen?

Quelle: www.web20info.de/files/content/semanticweb.jpg

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Alle reden über das Web 3.0, die Veränderung der Kommunikation und von großen Chancen, die das neue Internetzeitalter in sich bergen soll. Doch was ist dieses Web 3.0 eigentlich und was gibt es zu beachten?

Kommen wir zuerst einmal zur Definition. Laut einem Wikipedia-Eintrag steht der Begriff Web 3.0., also „Semantisches Web“, für Folgendes: „Das Semantische Web ist ein Konzept bei der Entwicklung des World Wide Webs und des Internets. (…) Als Instanz ist das Semantische Web eine Erweiterung des World Wide Web. Ziel des Semantischen Webs ist es, die Bedeutung von Informationen für Computer verwertbar zu machen und damit automatisch für die interessierten Nutzer im Zuge einer Abfrage zu ordnen. Die Informationen im Web sollen von Maschinen interpretiert und automatisch weiterverarbeitet werden können. Informationen über Orte, Personen und Dinge sollen mit Hilfe des Semantischen Webs auf der Basis der Inhalte miteinander in Beziehung gesetzt werden können.“

Was verändert sich also? Es geht vor allem um Partizipation, intelligente Vernetzung und Interpretation. In den 1990er waren wir davon noch weit entfernt. Das Web diente als reiner Informationslieferant. Man suchte etwas, stellte die Frage an die WWWelt und bekam eine Antwort – die vor allem von gutem SEO geprägt war. Wer viel Zeit und Geld für Optimierung hatte, stand im Web 1.0 besser da, wurde bei Google und Co. an erster Stelle gelistet. Der Nutzer bekam so nicht immer die, auf die individuellen Bedürfnisse angepasste, beste Antwort, sondern die Suchmaschinen-optimierteste.

Dies änderte sich mit dem Web 2.0 – denn nun konnte sich der Konsument partizipieren. Es folgten Bewertungen, Likes, Kommentare und Empfehlungen. Dies half dem User, die eigene Frage in einen gewissen Kontext zu stellen. Menschen mit ähnlichen Vorlieben haben doch in der Regel ähnliche Meinungen. Und weil man diese Menschen nun im Web ausfindig machen konnte, kam man der richtigen Antwort durch eigene Interpretation näher.

Im Web 3.0 muss der Nutzer bald nicht einmal mehr selbst interpretieren. Das Semantische Web nimmt ihm das Denken ab, es liest aus den vorhandenen Daten. Ist die Frage ortsbezogen, nutzt es Standortdaten. Oder es legt seiner Analyse die User-Historie, früheres Online-Verhalten, Hobbies und das Verhalten der Nutzer-Kontakte zu Grunde. Das Semantische Web liest die nutzerbezogenen Inhalte, es interpretiert und gibt am Ende eine ähnliche Antwort, wie es auch der gute Freund tun würde: Nämlich eine Antwort, die auf Grund der Kenntnisse zur Person getroffen wurde.

Für Unternehmen bietet das Web 3.0 somit viele Vorteile. Sie können ihren Kunden noch gezielter Inhalte anbieten, die zu deren individuellen Verhaltensweisen passen und mit Vorlieben in Verbindung stehen. Auch Service und Support lassen sich so usergerecht optimieren. Aber die technologische Weiterentwicklung ist auch kritisch zu bewerten. Die Angst vor dem Missbrauch der Daten ist nicht erst seit der NSA-Affäre ein Thema. Der Internetgemeinde widerstrebt der Gedanke, zum gläsernen User zu werden.

Für Unternehmen heißt das letztendlich, dass sie sich frühzeitig mit den Chancen und Risiken von Web 3.0 auseinander setzen sollten. Eine Social Media- und Sales-Strategie sollte durchdacht und in Ruhe aufgesetzt werden und vor allem zur Zielgruppeneinstellung passen. Hilfe können hier auch externe Social Media Experten bieten, denn die Disziplin hat sich in den vergangenen Jahren extrem professionalisiert und nur wer vorbereitet ist, kann das neue Internetzeitalter effizient nutzen.

Von Janina Rogge

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