Google Glass Explorer Edition (2014); Foto: Tim.Reckmann (CC BY-SA 3.0)

Google Glass Explorer Edition (2014); Foto: Tim.Reckmann (CC BY-SA 3.0)

Bei der rasanten Entwicklung im IT-Bereich sind Überraschungen eigentlich an der Tagesordnung. Mit der Vorstellung der Google Glass war den Machern aus Kalifornien 2012 aber ein besonderes Glanzstück gelungen. Mit der modernen, ja wirklich futuristischen, Datenbrille ausgestattet, fühlt man sich im Digitalen Zeitalter angekommen. Die Brille ermöglicht es Bilder und Videos aufzuzeichnen und zu speichern, online zu posten und sich live Texte übersetzen zu lassen. Obwohl sich die Brille noch im Beta-Stadium befindet sorgen immer neue Apps für eine stetige Erweiterung der Möglichkeiten. Die Brille als Smartphone(-ersatz) könnte das Gimmick des 21. Jahrhunderts werden.

Doch langsam werden auch kritische Stimmen laut. Insbesondere in Zeiten des NSA-Skandals und der Angst vor zu großer staatlicher Überwachung, sorgen die umfangreichen Funktionen für Verunsicherung. Ist der Hype womöglich schon vorbei? 

Mit Datenbrillen in die Zukunft blicken?

Datenbrillen, wie die Google Glass, beeindrucken durch ihre vielen Funktionen und zukunftsträchtigen Möglichkeiten (Für einen Ausblick sei unser Artikel „Die Welt als Projektionsfläche: Augmented Reality“ vom 8.9. empfohlen). Per GPS kann der genaue Aufenthaltsort bestimmt werden, die Umgebung beschrieben bzw. wichtige und notwendige Informationen eingeblendet werden. Heute ist es auch bereits möglich Untertitel in Echtzeit einzublenden oder Übersetzungen durchführen zu lassen. Die verfügbaren Apps (hier eine Auflistung: http://glass-apps.org/google-glass-application-list) bieten jedoch noch eine Vielzahl weiterer Optionen. So können die Geschwindigkeit und die Strecken beim z.B. Fahrradfahren angezeigt, Notizen eingesprochen und Videos aufgezeichnet werden. Alle Apps werden per Sprachbefehl gesteuert und können über die Internetverbindung jederzeit aktualisiert werden.

 Über diese Funktionen hinaus bietet die Datenbrille auch für Menschen mit Beeinträchtigungen große Erleichterungen. Erste Ergebnisse haben gezeigt, dass sich der Alltag von Parkinson-Patienten deutlich vereinfachen lässt. Auch Hörgeschädigten kann die Google Glass per App weiterhelfen, indem die gesprochenen Worte des Gegenübers anzeigt werden können. Google hat sich zudem das Patent für eine Lasertastatur in den USA gesichert. Ziel ist es über einen Laser eine Tastatur auf die Handfläche des Benutzers zu projizieren und so auch eine Steuerungsmöglichkeit für stumme Personen zu schaffen.

Dennoch, Bedenken bleiben. Neben dem Nachteil, dass man gezwungen ist die ganze Zeit eine Brille zu tragen, sind die Besorgnisse was die Privatsphäre angeht in der Öffentlichkeit immer lauter geworden. Die erste Euphorie ist verflogen. Nicht zuletzt nach dem NSA-Skandal und der verstärkten staatlichen Überwachung, sehen viele Menschen in den Datenbrillen auch eine Bedrohung, da es mit der Google Glass jederzeit möglich ist Bild und Ton aufzunehmen. In Dubai nutzt die Polizei die Datenbrillen bereits zur Gesichtserkennung und versucht so Personen schneller aufzuspüren. Und auch in den USA sind Testläufe mit der Google Glass bei der Polizei immer häufiger zu beobachten. Bedenken von Behördenseite gibt es wenig. Aber es bleibt abzuwarten, ob sich die Brillen auch durchsetzen können. 

Übrigens: Die Ergebnisse beim Autofahren sind nicht so gut. Es wird also empfohlen die Brille vorerst nicht beim Fahren zu tragen.

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