Quelle: paulkiser.wordpress.com/2012/01/31/4-reasons-why-foursquare-may-be-bad-4-your-business/

Quelle: paulkiser.wordpress.com/2012/01/31/4-reasons-why-foursquare-may-be-bad-4-your-business/

Foursquare wurde 2009 von Dennis Crowley und Naveen Selvadurai gegründet und versteht sich selbst als standortbezogenes, soziales Netzwerk. Laut eigenen Angaben hat Foursquare ca. 40 Millionen Nutzer. Auch wenn es zu den genauen Nutzerzahlen in Deutschland keine Angaben gibt, wird von ca. 300.000 bis 400.000 Usern ausgegangen. Es zählt zu den sogenannten Location Based Services, die mit standortbezogenen Daten dem Nutzer einen Mehrwert bieten sollen. Abhängig von der Art der Nutzung kann dessen Mehrwert unterschiedlich ausfallen.

Einsatzzweck #1 Sightseeing

Nehmen wir beispielsweise an, ich bin gerade neu in der Stadt oder kenne mich in einem bestimmten Stadtviertel nicht aus. Anhand von Foursquare kann ich mir nette Bars, angesagte Restaurants oder Einkaufsmöglichkeiten anzeigen lassen. Wenn ich Glück habe, wurden diese Plätze schon vorher von anderen Menschen besucht, die auch einen kleinen Erfahrungsbericht hinterlassen haben, mit dessen Hilfe ich nun zielgerichtet das leckerste Gericht oder die beste Shopping-Zeit herausfinden kann. Damit kann Foursquare ähnlich wie Google Places als Sightseeing-Unterstützung eingesetzt werden.

Einsatzzweck #2 Socializing

Lange bevor Facebook seine standortbezogene Markierung Places einführte, war es möglich, über Foursquare einzuchecken und somit seinen Freunden mitteilen, wo man sich gerade befindet und was man macht. Das war eine schöne Sache und zuweilen auch recht praktisch. Die Einführung der Places Funktion bei Facebook hat Foursquare aber reichlich Wind aus den Flügeln genommen. Da fragt sich dann der treue Nutzer zurecht: Warum sollte ich eine Extra-App für eine Funktion nutzen, die mir die intensiv genutzte Facebook-App auch bietet, sich mein Freundeskreis sowieso ausnahmslos hier aufhält und ich dort auch noch eine Interaktionsmöglichkeit habe. Selbst wenn mir Foursquare eine Einbindung meines Standorts via Facebook und Twitter anbietet, kann ich diesen Service ja auch bei den genannten Portalen vor Ort in Anspruch nehmen.

Einsatzzweck #3  Gamification

Für jeden Check-In, also die Angabe des eigenen Standorts, werden Punkte verliehen. Wer beispielsweise die meisten Check-Ins an einem Standort vorweisen kann, gilt als der „Mayor“, der Bürgermeister des Standorts. Neben diesem digitalen Titel kann man auch  sogenannten „Badges“ sammeln. Das sind Abzeichen, die für besondere Errungenschaften vergeben werden. Das kann zum einen eine bestimmte Anzahl von Check-Ins sein oder eben Check-Ins an besonderen Orten wie beispielsweise einem Boot.

Einsatzzweck #4 Gratification

Und jetzt kommen wir zum eigentlich spannenden Teil von Foursquare, nämlich die Interaktion mit Unternehmen.  Unternehmen können sich bei Foursquare eine Branded Page einrichten und so mit den Nutzern in Kontakt treten. Jetzt ist es so, dass Unternehmen durchaus davon profitieren, wenn ihre Location dementsprechend oft besucht oder auch weiterempfohlen wird, also quasi gratis Mundpropaganda. Um hier die Nutzer zu mehr Interaktionen anzuregen, gewährt zum Beispiel die nordamerikanische Kaffeekette Starbucks dem aktuellen Mayor, also der Person mit den meisten Check-Ins am lokalen Café einen Rabatt von einem Dollar auf ein ausgesuchtes Getränk. Das ist nur eines von vielen Beispielen wie Unternehmen den Dienst nutzen können. Specials zur Happy Hour, sonstige Gutscheine oder auch ein Gratisprodukt sind dabei die gängigsten Varianten, die Unternehmen den Nutzern in Aussicht stellen.

Das hört sich alles schön und nett an, aber Geld verdienen kann eine Plattform damit nicht wirklich. Und bei weltweit ca. 40 Mio. Mitgliedern, bietet sich Werbung geradezu an. Daher hat nach Facebook, Twitter und Pinterest nun auch Foursquare eine Plattform für Anzeigenkunden eingeführt. Hier bietet Foursquare dem Unternehmen ähnlich dem Google „Pay-per-Click“-Modell eine aktionsbasierte Bezahlung an. Bezahlt wird erst, wenn der Nutzer auf die Anzeige innerhalb von Foursquare klickt bzw. wenn er sich an der passenden Location eincheckt. Dadurch, dass die Plattform ein Location Based Service ist, kann natürlich auch Location Based Advertising angeboten werden, was wiederum dazu führt, dass die Streuverluste bei dieser Art von Anzeigenschaltung gering gehalten werden können.

Um abschließend auf die Frage zurückzukommen, ob Foursquare ein relevantes Social Media Tool ist oder nicht, kann diese mit „jain“ beantwortet werden. Es ist ein Tool, das teilweise tolle und interessante  Features bietet, wie eben die Sightseeing Funktion, die auch für Unternehmen – gerade für diejenigen, die in Großstädten liegen – eine gute Möglichkeit darstellt, für vergleichsweise wenig Geld zielgruppengenaue Werbung zu schalten. Der Privatnutzer findet viel nützliche Tipps und Locations und kann bei Glück vielleicht das ein oder andere Special mitnehmen.

Wirklich „social“ ist Foursquare aber nicht, da einfach die Funktionen fehlen, um innerhalb der Community zu interagieren. Darüber hinaus muss man feststellen, dass die Konkurrenzplattformen insbesondere Facebook und Twitter viel zu stark sind. Da sich aber die digitale Stadtrallye a la Foursquare ebenfalls in den Hintergrund gerückt ist, wird die Plattform vermutlich nur dann weiterhin Bestand haben, wenn es das Unternehmen schafft, sich im Einsatzzweck 1 und 4 weiter zu verbessern und die Dienste noch besser verknüpft. Foursquare muss sich hier als die Pattform etablieren, die Kunden und Unternehmen fokussiert zusammenbringt. Da man annehmen kann, dass Location Based Services weiterhin zunehmen werden, ist die Chance nicht so schlecht, die Wettbewerber werden aber auch sicher nicht weniger. Wir sind gespannt, wohin der Weg von Foursquare führt.

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