Digitale Warnung für reale Krankheiten

Bildquelle: pc.de/software/entwickeln-virus-testen-146

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Auch wenn die Temperaturen in absehbarer Zeit wieder steigen werden und uns die Sonne endlich aus der weißen Winterhölle befreit, so hat der intensive, kalte Winter doch seine Spuren hinterlassen. Gefühlt gab es schon lange nicht mehr so viele – und lang andauernde – Krankeitswellen wie in diesem Winter. Hat es einen dann erwischt, ist es meist auch für die Umwelt schon „zu spät“. Ob in der U-Bahn oder im Supermarkt, das Ansteckungsrisiko ist hoch. Den von Grippeinfekten geplagten ist natürlich zu raten, bis zur vollständigen Genesung Bett und Heim zu hüten, doch das kann ganz schön langweilig sein.

Um nicht völlig von der Außenwelt abgeschnitten zu sein und sich trotzdem mitteilen zu können, ist das Internet auch im Krankheitsfall das Kommunikationsmittel No.1. „39°Grad und das Fieber steigt.“ – „Ich glaube ich muss Zuhause bleiben.“. Immer mehr Menschen teilen nicht nur ihre Freizeitaktivitäten sondern auch ihre gesundheitlichen Zustände im Social Web. Medizinische Forscher sehen in diesem Phänomen sogar einen Weg um frühzeitig Krankheitswellen und möglicherweise auch Epidemien zu erkennen.

Der Vorteil der getweeteten Krankheitsbeschreibungen: sie sind in Echtzeit verfügbar und ermöglichen so den Forschern einen Überblick über die Anzahl der Betroffenen und die mögliche Häufung. Da die meisten Betroffenen jedoch keine Krankheit nennen, sondern lediglich Symptome beschreiben ist ein Programm zur „Entschlüsselung“ der Tweets notwendig. Die Software erkennt Synonym, bündelt Wörter, die für eine bestimmte Krankheit stehen und liefert so eine „Diagnose“ der beschriebenen Krankheit. Programme wie M-Eco kamen bereits beim EHEC-Virus zu Einsatz. Aber auch Länder wie die USA und Italien nutzen derartige Social Media Scanner für ihre Früherkennung. Organisationen wie das Robert-Koch-Insitut in Deutschland und die Weltgesundheitsorganisation WHO tüfteln derzeit an weiteren Programmen. Gelingt es, die Kinderkrankheiten der Scanner auszuschalten, könnten derartige Software-Programme zu einer rascheren und treffergenauen Möglichkeit zur Früherkennung und Diagnose von Krankheitswellen beitragen.

Quelle: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/ewelten/1981420/